Förderverein Roma fordert menschenwürdige Unterkünfte (13.10.2016)



Das Angebot der Stadt Frankfurt, die B-Ebene der Hauptwache als adäquate Übernachtungsstätte für die obdachlosen Roma wahrzunehmen, zeigt mehr denn je die Abwesenheit jeglicher Sozialpolitik. Ungeachtet der Tatsache, dass es dort in der Vergangenheit vermehrt zu Übergriffen gekommen ist, sollte doch klar sein, dass es sich bei der B-Ebene um einen U- und S-Bahnhof handelt und nicht um eine menschenwürdige Unterkunft.

Insbesondere die Stimmungsmache gegenüber den obdachlosen Roma ist unerträglich. Eine Bedrohung geht nicht von den Betroffenen aus, sondern von aufgebrachten Passanten und Nachbarn. Aufgrund der Verweigerung von öffentlicher Hilfe sind die Betroffenen gezwungen, sich selbst zu organisieren, wie das auf der Brache im Gutleutviertel, am Wiesenhüttenplatz, in der Weißfrauenstraße und an etlichen anderen Stellen notgedrungen der Fall ist.
Migration der Roma nach Westeuropa ist die Kehrseite der EU-Osterweiterung. Die unvorstellbare Armut in den Herkunftsländern, Verfolgung, Ausgrenzung und Gewalt sind die Ursache dieser Migration und oft die einzige Möglichkeit, auch eine Minimalversorgung der Angehörigen zu gewährleisten.

Umso ignoranter ist eine Berichterstattung, wie sie beispielweise in der „Hessenschau“ und anderen Medien erfolgt. Anstatt Ursache und Wirkung gemäß eines verantwortungsvollen Journalismus gegenüber einer seit Jahrhunderten ausgegrenzten Minderheit zu Leitlinie zu machen, werden Bilder und Kommentare kolportiert, die dem Antiziganismus Vorschub leisten und letztlich die Ursache für Elend und Perspektivlosigkeit den Betroffenen selbst zuschreiben.

Ffm., den 13.10.2016