Kundgebung anlässlich des 75.Jahrestages der "Liquidation" des "Zigeunerlagers" Auschwitz (02.08.2019)


 

Der Förderverein Roma lädt zu einer Kundgebung ein:
02.08.2019 um 18.00 Uhr, Frankfurt am Main
Braubachstraße 18-22, Geschäftsstelle des Börsenvereins des deutschen Buchhandels,
ehem. Stadtgesundheitsamt Frankfurt am Main.


In einem unvergleichbaren Akt wurden am 2.8.1944 mehr als 2800 Roma und Sinti bei der Auflösung des „Zigeunerlagers“ Auschwitz ermordet. Diese Aktion bildete gleichsam die Spitze der Erfassung, Verfolgung und Vernichtung der Roma und Sinti während des Nationalsozialismus. Bereits in den 30er Jahren wurden in enger Kooperation zwischen dem
„rassehygienischen Institut“ des Reichssicherheitshauptamtes, verschiedenen Kriminalämtern sowie städtischen und kirchlichen Einrichtungen alle Roma und Sinti in Deutschland erfasst, vermessen, in Lagern inhaftiert und schließlich in Vernichtungslager deportiert. Etwa eine halbe Million Roma und Sinti wurden ermordet.

Eva Justin und Robert Ritter waren als maßgebliche „NS-Rasseforscher“verantwortlich für den Völkermord an über 20.000 deutschen Roma und Sinti. Trotz ihrer Verbrechen wurden sie nicht strafrechtlich belangt und nach 1945 von der Stadt Frankfurt im Sozial- und Gesundheitsamt in leitenden Positionen beschäftigt. Eva Justin hatte im Rahmen ihrer Tätigkeit und im Auftrag der Stadt Frankfurt am Main erneut mit Roma und Sinti zu tun.

Der jahrelange Protest der Roma-Union Frankfurt, des Förderverein Roma undvieler UnterstützerInnen ermöglichte am 27.1.2000 die Anbringung einer Gedenktafel am Stadtgesundheitsamt, dem ehemaligen Tätigkeitsfeld von Ritter und Justin. Die Tafel, die ausschließlich von Spendengeldern finanziert wurde, erinnert an die begangenen Verbrechen, bezeichnet die Täter und klagt die Verantwortung gegenüber Roma und Sinti auch nach 1945 ein.

Anlässlich des 75. Jahrestages der Vernichtungsaktion von Roma und Sinti im KZ-Auschwitz weist der Förderverein Roma auf die ungebrochene Fortsetzung der Diskriminierung und die immer stärker werdende rassistische Gewalt gegenüber der Minderheit hin.

Ffm., den 19.7.2019