Förderverein Roma e.V.

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Kundgebung anlässlich des 81. Jahrestages der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz am ehemaligen Stadtgesundheitsamt Ffm

Der Förderverein Roma e. V. veranstaltet zum Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz am 27.1.2026 um 17.00 Uhr eine Kundgebung am ehemaligen Stadtgesundheitsamt in der Braubachstraße 8-22 in 60311 Frankfurt am Main.

Während der NS-Zeit wurden über eine halbe Million Roma und Sinti und sechs Millionen Jüdinnen und Juden ermordet. Nach der akribischen Erfassung durch „Rasseforscher“ in den 30er Jahren erfolgte die Inhaftierung, Deportation und schließlich die Vernichtung der Roma und Sinti. Allein in Auschwitz wurden in der Nacht zum 2.8.1944 über 4000 Roma und Sinti vergast.

Der Mediziner Robert Ritter und die Psychologin Eva Justin waren die beiden maßgeblichen Protagonisten dieser „rassenbiologischen Untersuchungen“. Beide arbeiteten nach 1945 im Stadtgesundheitsamt bzw. dem Jugend- und Sozialamt der Stadt Frankfurt. Weder Justin noch Ritter wurden für ihre Verbrechen zur Verantwortung gezogen. Im Stadtgesundheitsamt befand sich während der NS-Zeit auch die „Erbkartei“, die u. a. Grundlage für die spätere Deportation und Vernichtung war.

Am 27.1.2000 brachten die Roma-Union Frankfurt, der Förderverein Roma e. V. und verschiedene Einzelpersonen eine Gedenktafel, die ausschließlich von privaten Unterstützer:innen finanziert wurde, gegen den langjährigen Widerstand des Kulturdezernats, des Instituts für Stadtgeschichte sowie der Mehrheit des Ortsbeirats und des Stadtparlaments, am Stadtgesundheitsamt an. Sie erinnert an die Verbrechen, nennt die Täter und fordert Verantwortung ein.

Der Förderverein Roma weist auf die anhaltende Diskriminierung von Roma und Sinti hin. Auch die Situation der Minderheit in Osteuropa spitzt sich zu. Die Bundesregierung ignoriert die Verletzung von Menschenrechten mit der zunehmenden Ausweisung von Roma-MigrantInnen aus EU-Staaten und der Einführung der sogenannten sicheren Drittländer. Angesichts der Zunahme von Ausgrenzung und rassistischer Gewalt klagt der Förderverein Roma Schutz und Sicherheit für alle Roma und Sinti ein.

Ffm., den 14.1.2026

Eva Justin

12-minütiger HR-Film von Valentin und Irmgard Senger aus dem Jahr 1963 über die Rassenforscherin Eva Justin. Darin kommen Überlebende ihrer Forschungen zu Wort und schildern ihre Taten.

Infos über die NS-Verbrecherin Eva Justin gibt es u.a. bei Radio Z und Wikipedia

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma beschreibt Eva Justin als eine der Täterinnen und Täter aus der „Rassenforschung“